Der Odenwaldlimes Quelle: hessenARCHÄOLOGIE Bis zur Anlage des hinteren Odenwaldlimes um 100 n.Chr., zu Beginn der Regierungszeit des Kaisers Trajan (98-117 n.Chr.), waren neben dem Taunus- und Wetteraulimes bereits auch die Limesabschnitte am Main und Neckar eingerichtet. Mit dem Odenwaldlimes - von Wörth am Main entlang des Neckars bis zur Schwäbischen Alb - wurde die seinerzeit noch bestehende Lücke im Grenzsystem zwischen Main und Neckar geschlossen. Zusammen mit zunächst in Holzbauweise errichteten Kastellen, erbauten die römischen Soldaten an dieser Strecke Holzwachttürme mit massiven, nicht begehbaren Erdgeschossen. Die Überwachung der neuen Grenze wurde durch überwiegend kleine, sogenannte Numeruskastelle sichergestellt, die mit selbstständigen Einheiten von 120 bis 160 Mann belegt waren. Am hessischen Abschnitt sind dies die Kastelle Wörth, Seckmauern, Lützelbach, Vielbrunn, Hainhaus, Eulbach, Würzberg und Hesselbach. In den drei großen Kastellen am Odenwaldlimes in Baden-Württemberg, Oberscheidenthal, Neckarburken und Bad Wimpfen, waren jeweils 500 Mann starke Kohorten stationiert. Unter Kaiser Hadrian (117-138 n.Chr.) erfolgte dann vor den hölzernen Wachttürmen die Anlage einer Palisade. Eine Besonderheit ist zwischen dem Kleinkastell "Zwing" und dem Wachtposten 10/34 zu beobachten. Hier war an Stelle der Palisade eine 112 m lange Mauer errichtet worden. In den Jahren 145/146 n. Chr., unter
Kaiser Antoninus Pius (138-161 n. Chr.), ersetzte man die hölzernen Türme durch
steinerne Wachttürme. Etwa um die gleiche Zeit wurden auch die meisten Kastelle
in Stein ausgebaut.
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